Hui Chun Gong Empfehlung – Dr. Bambach

Mein langjähriger Freund und Qigong – Trainer Theo Schmidt bat mich vor nicht allzu langer Zeit, einen kurzen Abriss über die gesundheitliche Wirkung des Hui Chun Gong zu verfassen, in dem ich vor allem die Wirkungen der praktizierten Übungen aus der Sicht des Arztes darstelle. Gerne habe ich zugesagt, aus meiner nun über dreißigjährigen Erfahrung als Orthopäde, Schmerztherapeut und Sportmediziner die medizinischen Aspekte des Hui Chun Gong zu beleuchten.

Zuvor aber muss ich gestehen, warum ich jede Woche zum Training gehe:Ich spüre, dass die Übungen des Hui Chun Gong, wie sie von Theo Schmidt vermittelt werden, mir „gut tun“…

Bessere Beweglichkeit und innere Zufriedenheit, Koordination und Entspannung, Muskelkraft und ein wenig Glücksgefühl – all dies resultiert schon aus den wenigen Stunden, die mir ein prall gefüllter Arbeitstag nach der Sprechstunde übrig lässt!

In der wissenschaftlichen Literatur findet sich eine Fülle von belegten Hinweisen, dass nicht nur der Haltungs- und Bewegungsapparat, sondern auch Herz-/Kreislauf, Immunsystem und Psyche durch die im folgenden vorgestellten Übungen günstig beeinflusst werden!

Aus der Sicht des Orthopäden und Sportmediziners könnte man von einer bestimmten Art von Physiotherapie sprechen. So sind die Übungen sicher geeignet, die Beweglichkeit der bindegewebigen Strukturen anzusprechen, Dehnbarkeit und Beweglichkeit, Flexibilität der Wirbelsäule und Gelenke, aber auch der Muskeln zu verbessern. Einzelne Übungen sprechen die posturale Haltemuskulatur an, insbesondere die im Alltag verkümmerten kleinen Muskeln der Wirbelsäule werden hier trainiert und helfen, Haltungsschäden und Schmerzen vorzubeugen oder diese zu lindern. Komplexe Bewegungsabläufe, jeweils unter Einschluss ganzer Gliederketten, werden trainiert, was die Koordination verbessert und z.B. die Sturzgefahr mindert.

Aus der Sicht des Akupunkturarztes klingen für mich in den Übungen auch die lange bekannten Meridianverläufe mit dem von der chinesischen traditionellen Medizin postulierten Energiefluss an, wobei ja schon lange Forschungen zur Struktur der Akupunkturpunkte erfolgen. Es gibt Hinweise darauf, dass zumindest einzelne Akupunkturpunkte an den Stellen zu finden sind, an denen Gefäße und Nerven durch die bindegewebigen Faszien hindurch treten. Dass hier entsprechende Dehnungs- und Bewegungsübungen eine Verbesserung von Beschwerden in den  entsprechenden Regionen des Körpers bewirken können, ist leicht vorstellbar.

Aus der Sicht des psychosomatisch geschulten Arztes und Hypnosetherapeuten verblüffen mich immer wieder die mit den Übungen verbundenen Imaginationen, Bilder und Vorstellungen, die teils sehr nahe an die Techniken herankommen, die wir in der Schmerztherapie auch zur Einleitung der hypnotischen Trance verwenden. Hier ist eine Entspannung und Beeinflussung des Nervensystems leicht vorstellbar.

Als Schmerztherapeut schließlich ist man darin geschult, ein sogenanntes bio-psycho-soziales Krankheitsmodell zu berücksichtigen. Dies bedeutet, dass Schmerz keineswegs alleine ein körperliches Geschehen darstellt, sondern immer neben den biologischen Faktoren, also etwa einer Verletzung oder Entzündung, auch psychologische Faktoren eine Rolle spielen: Wenn Lernvorgänge nahelegen, dass etwa Bewegung Schmerz macht, dann führt dies zu einer sekundären Angst und Vermeidung von Bewegungen, wodurch natürlich die Sache noch schlimmer wird, da Knorpel und Bindegewebe, Bandscheiben und Muskulatur ohne Bewegungsreiz verkümmern. Sozialer Rückzug, Vermeidungsverhalten und Einsamkeit sind dann die weiteren Folgen.

Und wenn Ihnen noch nichts fehlt? Dann haben Sie, ob jung oder alt, das ideale Instrument gefunden, diesen Zustand zu erhalten!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim Umsetzen der Übungen und weiterhin gute Gesundheit.

Dr. med. Thomas Bambach
Facharzt für Orthopädie
Spezielle Schmerztherapie, Sportmedizin, Physikalische Therapie
Akupunktur, psychosomatische Grundversorgung, Hypnosetherapie
www.schmerztherapie-bambach.de

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