Qigong Einteilung

Qigong wird im Allgemeinen in die zwei Gruppen Dynamisches Qigong und Ruhiges Qigong eingeteilt.

Dynamisches Qigong

Die Übungen in Bewegung unterscheiden sich von den Übungen in Ruhe durch die in den Raum greifenden Bewegungen. Dabei wirkt die Bewegung unterstützend auf den Qi-Fluss ein. Die körperlichen Bewegungen werden zumeist langsam und weich vollzogen; sie wirken aber weder schlaff noch ruckartig. Mit jeder Bewegung geht eine genaue, meistens bildhafte Vorstellung einher, wie das Qi durch den Körper fließt und welche Leitbahnen, Körperzonen oder Akupunkturpunkte durch diese Bewegung besonders angesprochen werden.

So vielfältig die verschiedenen Arten des Donggong sind, so breit ist auch ihr therapeutisches Wirkungsfeld. Allgemein werden sie in China bei fast allen chronischen Krankheiten als zusätzliche Therapie eingesetzt, vor allem bei Erkrankungen des Verdauungstraktes, der Atemwege, bei neurologischen Krankheiten sowie bei Herz-, Kreislauf- und Gelenkbeschwerden.

Stilles Qigong

Die Übungen in Ruhe können nach den Bedürfnissen der Personen entweder im Liegen, im Sitzen oder im Stehen ausgeführt werden. Entscheidend ist, dass der Übende zunächst in einen Ruhe- und Entspannungszustand eintritt. Ist ihm das gelungen, folgen Übungen, bei denen sich die Konzentration hauptsächlich auf die Atmung richtet. Fließt die Atmung wie von selbst in der gewünschten Weise, konzentriert sich der Übende auf das Dantian, das einige Zentimeter unterhalb des Nabels liegt, und versucht mittels Konzentration und tiefer Atmung, das Qi dorthin zu lenken.
Dies darf nun jedoch nicht dahingehend missverstanden werden, dass die Übungen in Ruhe zu einem totalen Stillstand oder völliger Bewegungslosigkeit führen. Während nach außen hin zwar die Ruhe vorherrscht, widmet sich der Übende innerlich ganz der Bewegung des Qi-Flusses, der vom Dantian in bestimmte Leitbahnen und Kreisläufe zu strömen beginnt.

Spontanes Qigong

Der Vollständigkeit halber sollte noch eine Untergruppe des Donggong Erwähnung finden, die Mitte bis Ende der achtziger Jahre einen wahren Qigong-Boom eingeleitet hat. Es sind dies die Übungen mit unwillkürlichen, spontanen Bewegungen (Zifagong). Der Übende praktiziert dabei zunächst über einen längeren Zeitraum hinweg, der sich oft über ein Jahr erstrecken kann, bestimmte festgelegte Übungen in Bewegung. Erst wenn der Praktizierende diese festgelegten Übungen in Bewegung beherrscht, übt er die dazugehörigen Stärkungsübungen im Stehen (Zhanzhuang Gong), die zu den Übungen in Ruhe gehören. Dabei konzentriert er sich im Stehen auf bestimmte Bereiche unterhalb des Nabels, bis er ganz zur Ruhe kommt. Aus dieser völligen Ruhe heraus entsteht schließlich eine extrem starke Bewegtheit des Inneren Qi, die sich in den Gliedmaßen entlädt, so dass es von innen heraus ohne bewusstes Zutun zu teils heftigen, spontanen jedoch kontrollierbaren Bewegungen kommt. Durch die so hervorgerufenen schüttelnden, kreisenden, hüpfenden usw. Bewegungen werden etwaige Blockaden des Qi-Flusses in den Leitbahnen schnell und effektiv gelöst.

Wai Qi

Bei der Therapierung anderer, dem sogenannten Aussenden oder Entwickeln des Äußeren Qi (Waiqi), lässt der Therapeut sein eigenes Qi meist mittels der Hände auf den Patienten übergehen, um diesem Qi zuzuführen oder Blockaden in seinen Leitbahnen zu lösen. Dies kann auch durch Massage oder Akupressur erfolgen. Grundvoraussetzung für das Aussenden von Qi ist allerdings, dass der Therapeut mit Hilfe spezieller Übungen sein Qi stark entwickelt hat. Diese Methode ist in China gegenwärtig sehr populär, und fast jede größere Klinik für TCM besitzt inzwischen eine Qigong-Abteilung.

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